Allmende-Netzwerk im Hochschwarzwald

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Allmende-Netzwerk im Hochschwarzwald

Den Schwarzwäldern soll eine gewisse Widerborstigkeit zu Eigen sein. Gut möglich, dass diese Kraft zum Anders-Sein mit ausschlaggebend war, als in einer kleinen Hochschwarzwälder Gemeinde Menschen zusammen kamen, Alternativen zu sammeln, damit einen nachhaltigen Lebensweg zu beschreiten. 

Ein erster großer Schritt in eine solche Richtung war die Gründung einer Energiegenossenschaft in Lenzkirch, einer knapp 5000 Seelen starken Gemeinde, die sich malerisch zwischen die Höhenzüge des Südlichen Schwarzwalds schmiegt. Hier produzieren bis heute drei gemeinschaftlich finanzierte Photovoltaikanlagen alternativen Strom. Einige der Mitgründer machten noch weiter:

Nach dem Motto “Wann, wenn nicht jetzt – Wer, wenn nicht wir?” vernetzten sich Martin Garms und Sybil Barth-Garms, Beate Wegener und Peter Bueb zum Allmende-Netzwerk Saig (Saig ist eine Ortsteil von Lenkirch).

Die Allmende hat Tradition hier, im Schwarzwald. Sie bezeichnet die gemeinsam von allen Bürgern genutzten und verwalteten Ressourcen – meist Weideflächen. Für Martin Garms bedeutet die Allmende unserer Zeit vor allem den Versuch, mit heutigem Wissen und  moderner Kommunikation den Kräften der Vereinzelung, der Naturzerstörung und der sozialen Erosion etwas Positives entgegenzusetzen.


Statt bei Null anzufangen, bedienen sich die Initiatoren aus dem bereits vorhandenen weltweiten Erfahrungsschatz: Daraus wurde biesher beispielsweise die >> "LebensEnergieWende" gegründet. Eine Website, bereits existierenden Quellen zu sammeln, sichten und zugänglich zu machen, damit wir sie als Werkzeuge der Transformation besser miteinander verbinden können.

Unterstützt werden soll dabei eine Kultur der Verbundenheit, die in der Allmende ihren starken regionalen Bezug lebt: Ein bewusst lokales, in der Größe begrenztes, vertrauensvolles Netzwerk in Lenzkirch-Saig. Gelebt wird diese Vernetzung jetzt schon mit dem Dorf-Café, welches alle zwei Wochen einlädt, sich auszutauschen und kommende Aktivitäten zu planen.



In Zukunft wollen die Allmende-Mitglieder eine Vielzahl an nachhaltigen Projekten aus der Taufe heben: 

·         ein Marktplatz, eine zentrale Webseite soll eine Art selbstorganisierte Nachbarschaftshilfe und regionalen Austausch ermöglichen, um der zunehmenden Anonymisierung und Abwanderung aller Versorgungseinrichtungen in die Städte etwas konkret Nutzbares entgegenzusetzen

·         alternative Tauschmittel (Regional- und Komplementärwährung), die so gestaltet sind, dass sie dauerhaft wertstabil, fair und durch die Nutzer selbstverwaltet sind

·         aus dem gemeinschaftlichen Netzwerk hervorgehende, sich gegenseitig unterstützende, demokratisch selbstorganisierte Projekte wie eine Einkaufs- oder Gesundheitskooperative, die nicht privatgewinnmaximierend angelegt sind, sondern dem Gemeinnutzen verpflichtet sind und bleiben.

 

Weitere Infos zum Allmende-Netzwerk Saig findet Ihr unter >>allmende-netz.de

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