Blaue Stunde am Quarzriff - Ein Spaziergang in den Wäldern von Badenweiler

 

Blaue Stunde am Quarzriff - Ein Spaziergang in den Wäldern von Badenweiler

Ein Nachmittag im Januar, das Jahr ist jung. Die sphärische Abgehobenheit der Feiertage bietet an, sich mit leichtem Sinn den Natureindrücken hinzugeben.

Der Weg führt durch das südbadische Badenweiler, am Fuße des "Blauens" (oder "Hochblauen", 1164 Meter über Null). Der Thermalkurort mit seinem herrlich morbiden Charme erinnert stark an Manns "Zauberberg". Oberhalb des Zentrums, nahe des Tennisparks Badenweiler, bleibt das Auto zurück. Durch Eichen, Tannen und Fichten führt ein kurzer Weg hoch zu einem uralten Bergbaurevier, der "Sophienruhe" auf dem Gewann der "Blauen Steine".

Das Wunderbare an dieser Strecke scheint eine dem Ort ganz eigene Stimmung zu sein, die unabhängig von Jahreszeit und Witterung ihren Zauber hält: Das Licht warm, auch ohne Sonne, der umgebende Wald ohne besondere Schönheit, und doch lieblich - fast wie aus zarten Kindheitserinnerungen. Ein Kraftort, der durch seinen Bezug zur Vergangenheit einlädt, sich alters- und zeitlos ins Erleben zu geben.

Noch eine Kurve, und es eröffnet sich eine einprägsame Szenerie: Umrahmt von südländischen Kiefern, in welchen eine bezeichnende Vielzahl prächtiger Misteln wächst, erstreckt sich ein geräumiges Schuttfeld. Hier sollen bereits die Kelten ihr Glück versucht haben. Auf der Suche nach Blei, Silber und Eisenerz wurde das kraftvoll wirksame Quarzriff im Tagebau bis ins heutige Jahrhundert durchgraben. Die Schätze waren hier zwischen Drusen des bläulichen Fluorits verborgen, welche namensgebend waren.

Teils zum Biotop erklärt, wird das Gelände heute vor allzu gierigen Mineralienjägern geschützt. Und breitet vor dem achtsamen Auge des Beobachters freigiebig seine Schätze aus: Zwischen erzschwangeren rostroten Brocken offenbaren hellere Steine weiterhin großzügig ihren kristallenen Reichtum!

Weitere Infos zum Bergbau in Badenweiler auf www.schwarzwald-mineralien.de/Badenweiler_Bergbau.html

Kategorien: 
Oben