Friedrich Eduard Bilz - sächsischer Naturheilkundler und Utopist

 

Friedrich Eduard Bilz - sächsischer Naturheilkundler und Utopist

Friedrich Eduard Bilz der Vater der volkstümlichen Naturheilkunde wurde am 12.Juli 1842 in Arnsdorf bei Penig in Sachsen geboren. Vielen ist sein Wirken unbekannt und sein hinterlassenes Wissen ist in Vergessenheit geraten. Er verfasste Bücher die in zwölf Sprachen übersetzt wurden und er war ein guter Freund von Karl May.

Bilz war ursprünglich Weber und ließ sich nach einer Zeit der Wanderschaft 1860 als Webergeselle in Meerane nieder. Bis 1867 arbeitete er in einer Fabrik. Aufgrund der schlechten Arbeitsverhältnisse in der Fabrik litt Bilz unter Magenkrämpfe und wurde lungenleidend. Bilz lernte die Meeranerin Marie Auguste kennen und machte sich gemeinsam mit ihr selbstständig, in einer Familienweberei.

Er gab die Weberei auf und wurde 1872 Kolonialwarenhändler.

Im gleichen Jahr gab es eine Pockenepidemie. Meeraner Bürger, die die angeordneten Impfungen nicht als ausreichende Gesundheitsfürsorge ansahen, gründeten den Verein für Gesundheitspflege und Naturheilkunde, in dem auch Bilz Mitglied wurde. Der Verein hielt Vorträge und Kurse zur Naturheilkunde ab. Da jedoch viele Bücher wegen der benutzten Fremdwörter unverständlich waren, sammelte Bilz alle verständlichen Anleitungen zu gesunder Lebensweise und Krankenbehandlung. Während seine Frau erfolgreich den einträglichen Laden führte und sich um die Familie kümmerte, probierte Bilz viele der Anweisungen an sich selbst aus. Autodidaktisch eignete er sich damit die Naturheilkunde an und erlangte nach und nach eine naturorientierte Weltanschauung. Durch die Einnahmen des Kolonialwarenladens finanziell abgesichert, verfasste Bilz seine ersten Schriften.

Das menschliche Lebensglück - Ein Wegweiser zu Gesundheit und Wohlstand durch die Rückkehr zum Naturgesetz.

Hausfreund und Familienschatz für Gesunde und Kranke

Der Schlüssel zur vollen menschlichen Glückseligkeit oder Umkehr zum Naturgesetz

Das im Volksmund kurz Bilz-Buch genannte Werk - Das neue Heilverfahren - Lehrbuch der naturgemäßen Heilweise und Gesundheitspflege

Er gründete den F. E. Bilz Verlag und das Bilz-Buch wurde über Sachsen hinaus schnell bekannt. Das Erfolgsgeheimnis lag in der einfachen Erklärung komplizierter medizinischer Sachverhalte und in den verständlichen und in jedem Haushalt zu praktizierenden Heilempfehlungen. 1925 waren mehr als 2,5 Millionen Exemplare verkauft.

Die Familie gab 1890 den Kolonialwarenladen auf und zog nach Oberlößnitz wo Friedrich Eduard Bilz ein kleines Sanatorium eröffnete.Da dieses Gebäude schnell zu klein wurde, ließ Bilz bis 1895 das sogenannte Schloss Lößnitz errichten. Der Verlag eröffnete 1899 in Paris und 1900 in London weitere Filialen. 1902 entwickelte Bilz zusammen mit dem lippischen Kaufmann und Getränkefachmann Franz Hartmann die Bilz-Brause, aus der 1905 Sinalco (sine alcohole = ohne Alkohol) wurde. 1905 eröffnete er oberhalb des Lößnitzgrunds in Radebeul das Bilz-Licht-Luft-Bad. Ab 1912 war es auch unter dem Namen Undosa-Wellenbad bekannt, zurückzuführen auf den Einbau der Undosa-Wellenmaschiene. Diese erste Wellenmaschine wurde 1911 auf der Internationalen Hygiene- Ausstellung in Dresden vorgestellt und von Bilz gekauft. Das Wellenbad kann heute noch immer genutzt werden. Über Jahrzehnte hat die Undosa-Wellenmaschine stündlich, jeweils durch Glockenläuten angekündigt, für Wellen im Bassin gesorgt.
Daran wird sich auch in den nächsten Jahren nichts ändern. Trotz der durchgeführten Sanierung des Wellenbades wird die Undosa-Wellenmaschine, zwar im neuen Unterstand, weiter für Wellen sorgen.

In einem Prospekt von Bilz lesen wir:
„Es ist noch viel zu wenig bekannt, dass tägliche Luftbäder wesentlich zur Erhaltung und Wiedererlangung der Gesundheit beitragen. Die Gesundheit wird durch Licht-Luft-Bäder im Körper förmlich aufgespeichert. Durch diese Bäder übt man die allerbeste Hautpflege und stärkt sein Nervensystem...
Die Licht-Luft-Bäder härten den Körper ab, machen ihn widerstandsfähig und erheitern das Gemüt. Sie bilden daher ein Universal-Vorbeugemittel gegen Krankheiten und ein Stärkungs- und Heilmittel von gewaltiger Wirkung.“

1907 veröffentlichte Bilz einen Science-Fiction Roman – in hundert Jahren - von 1130 Seiten, der im Jahr 2048 spielt und in dem Bilz seine politischen, gesellschafts- und lebensreformerischen Ideale erfüllt sieht. Anders als seinen naturheilkundlichen Büchern scheint diesem utopischen Roman kein Erfolg beschert worden zu sein. Er fand keine weitere Verbreitung und geriet vollkommen in Vergessenheit.

In hundert Jahren - die Illustration - bitte hier klicken!

Friedrich Eduard Bilz starb am 30. Januar 1922 an seinem Heimatort und wurde auf dem Platz direkt rechts neben seinem langjährigen Freund Karl May auf dem Friedhof Radebeul-Ost begraben.
 

Das heute denkmalgeschützte Grabmal hat die Inschrift „Die Natur war mein Leitstern“.

 

Der Bilz-Bund für Naturheilkunde e.V. wurde 1995 in Radebeul, der Stadt des Wirkens von Friedrich Eduard Bilz, gegründet. Er hat sich die Aufgabe gestellt, die Tradition der Naturheilkunde im Sinne von F. E. Bilz für die heutige, moderne Zeit wiederzubeleben und bekannt zumachen, da das Thema zu DDR-Zeiten leider verschwiegen wurde.

Die fünf klassischen Säulen der Naturheilkunde Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Wassertherapie, Physiotherapie und Ordnungstheraphie werden wissenschaftlich orientiert wiederbelebt und ihre Anwendung gelehrt. Die dem Bilz-Bund verbundene leitende Ärztin ist Fachärztin für Allgemeinmedizin, Naturheilverfahren und Homöopathie. Sie hat von der Landesärztekammer Sachsen die Ermächtigung zur Ärzteausbildung für die Zusatzbezeichnung „Naturheilkunde“.                                      

 

Quelle - verschiedene Internetseiten


 

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